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Ein Theaterabend von und über Else Lasker-Schüler

Schüler & Schüler

Ein Besuch Else Lasker-Schülers im Hier und Jetzt. Im Gepäck hat sie einige ihrer Gedichte und ihr neuestes Theaterstück: „Ich und Ich“

„Kunst ist reden mit Gott“
- Else Lasker-Schüler

Schauspiel: 

Yael Schüler

Else Lasker-Schüler selbst betritt die Bühne. Man merkt ihr an, dass sie im gegebenen Moment eher auf das Ende ihres Lebens zugeht. Sie entschuldigt die Schauspielerin, die leider aus jeweils unterschiedlichen Gründen zu der heutigen Vorstellung nicht kommen konnte. Stattdessen hat sie sich entschlossen die Vorstellung zu übernehmen. Schüler ersetzt heute Schüler, von Schüler gespielt… Sie wendet sich an das heutige Publikum mit jeweils für den Ort an gepassten Botschaften. Sie erzählt aus ihrem Leben, jeweils auf den Ort Bezug nehmend, an dem sie z.B. in der Schweiz, Zürich, Ascona oder in Deutschland, Berlin, Wuppertal gelebt hat, oder in Israel, Jerusalem. Ist sie an dem jeweiligen Abend nicht unmittelbar an einem solchen Ort, so nimmt sie Bezug auf das Theater, die (ehemalige) Synagoge, die Kirche etc., indem ihre Erzählung vom jeweiligen Ort inspiriert wird. So teilt sie mit dem Publikum Erinnerungen an von ihr geliebte Menschen, ihr Verhältnis zu Gott, oder Erinnerungen an selbst durchgeführte Performances, an Aufführungen der von ihr geschriebenen Stücke, schließlich ihr Leben als Flüchtling, und warum sie immer wieder ihren Aufenthaltsort verlassen und verändern musste. In ihrer Erzählung wird für sie die Vergangenheit zur Gegenwart, und sie nimmt den Zuschauer mit dorthin, sich plötzlich durch ihre Gedichte an den Geliebten, an Gott, ihren Sohn, ihre Mutter oder an die anderen Menschen wendend. Zwei dieser Gedichte bringen sie dazu ihre Tätigkeit als Performance –Künstlerin wieder aufzunehmen: Sie tanzt sie. Einmal auf einem Stuhl, der ihr Fels ist, von dem sie abstürzt, einmal als Tango, der plötzlich zu einem heftigen Befreiungskampf wird. Es wird deutlich, wie menschlich, konkret und dramatisch Else Lasker-Schülers Dichtungen eigentlich sind, wie sehr sie aus dem Leben geschöpft sind. Ein Zeitgenosse, Schalom Ben-Chorin erinnerte sich an sie in seinem Buch „Ich lebe in Jerusalem“ und daraus liest die Schüler dem Publikum spöttisch kommentierend vor…

Regie:

Viki J. Mierzicki

Choreographie:

Muriel Bader​

Sprache: 

Deutsche

Schließlich erinnert sie sich, dass sie eigentlich dem Publikum heute aus ihrem neuesten Stück „Ich und Ich“ vortragen wollte und damit legt sie auch gleich los. Schon bei der Beschreibung, wie die Bühne aussehen soll, nimmt es sie mit und sie wird selbst zu Figuren ihres Stücks: die Dichterin, die Vogelscheuche…und erlebt schließlich nochmal ihren eigenen Tod, bei welchem sie befreit dem Publikum von Ferne mitteilt: „Gott ist da!“.