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Geteiltes Leid

eine Verkörperung authentischer Berichte von der einen und anderen Seite des Zaunes

„Der Mensch ist ein Mensch- und es gibt Menschen auf beiden Seiten, die das nicht vergessen haben.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Grauen wird für Palästinenser von Tag zu Tag mehr, und das nicht von selbst, oder durch eine Naturkatastrophe oder aufgrund von irgendeiner seltsamen Bestimmung. Es hat mit dem 7. Oktober schon längst nichts mehr - wenn überhaupt jemals- zu tun. Es ist die Eskalation eines elenden, menschenverachtenden Projekts, das schon lange geht. Die Kreierenden von "Geteiltes Leid" sind sich dessen bewusst. Und doch erlaubt die Schauspielerin sich die künstlerische Freiheit und menschliche Perspektive die Berichte von Opfern von palästinensischer und israelischer Seite im Wechsel zu verkörpern, deren Leid mit Euch zu teilen. Dieses Nicht- Theater- Projekt versteht sich als einen Akt das Trauern als kollektive Form des Erinnerns einzufordern, ohne dass damit das Leid der anderen negiert wird. Trauer bedeutet nicht Schweigen, und Empathie bedeutet nicht Neutralität. Was spielt es für eine Rolle, ob das Opfer Israeli ist oder Palästinenser? Gezeigt wird hier Existentiell - Menschliches. Das verbindet.

Teil 3 von 2026: aktuelle Texte aus Gaza und der Westbank, die Yael im eigenen Leben "zugeflogen" sind über Menschen, die sie inzwischen kennen lernen durfte, die sich an sie gewandt haben um Hilfe, die ihr ihre Geschichten geschrieben haben. Dabei kommt sie wieder zurück zur Dramaturgie von Teil 1 von 2024, nur diesmal was die drei Berichte von palästinensischer Seite angeht den aktuellen Verhältnissen entsprechend fortgeschritten im Leid. Zwei Berichte von israelischen Opfern des 7.10. kommen auch vor, Yael wechselt teilweise in schnellem Tempo von einer zur anderen Seite, doch sind bei allen Berichten die Namen und Orte weg gelassen. Die Universalität des Schmerzes um den Verlust des geliebten Menschen steht im Vordergrund. Die Rettungssanitäterin, die am Telefon versucht zwei Kindern das Leben zu retten, in dem sie ihnen erklärt , wie sie sich im Schrank verstecken sollen und über Stunden immer wieder mit ihnen in Kontakt zu sein versucht- das könnte eine Rettungssanitäterin sowohl auf der einen, als auch auf der anderen Seite sein. Wir erfahren, was Hunger mit dem Körper und dem Geist macht, wir erfahren von der Not Kinder unter Bombardierung und Hunger am Leben und womöglich bei Laune zu halten...Wir erleben auch einen Rückblick in Foltererfahrungen in den 80er Jahren und die erstaunliche menschliche Fähigkeit trotz allem erlebten Leid den Menschen, den Nächsten im vermeintlichen Feind zu sehen.

Letzteren Bericht hat Yael auch mit dem Publikum anlässlich der Herausgabe des Magazins "Brücken-Bridges- جسور- גשרים" geteilt, allerdings als Lesung, was später in "Geteiltes Leid#3" lebendig gespielt ist:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 2 von 2025  legt den Fokus auf die Mütter. Wir erleben den Bericht einer Mutter aus der Westbank im Jahr 1990, deren 15 jähriger Sohn willkürlich angeschossen, misshandelt und festgehalten wurde, im Wechsel mit dem Bericht einer Mutter mit fast 6 jähriger Tochter, die 55 Tage in Geiselhaft waren. Umrahmt wird dieses "Duett" von den Worten einer Frau, die 2018 schon aus Gaza nach Europa geflohen ist und sich in dieser Situation um ihre in Gaza verbliebene Familie zu kümmern versucht. Am Ende hat dieser Mensch für uns Worte übrig, die Sinnhaftigkeit und Verbundenheit in all dem Schrecklichen ausdrücken.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Teil 1 von 2024 befasst sich mit den Ereignissen des 7. Oktobers 2023 in Israel und unmittelbar danach in Gaza.

Yael bringt fünf unsichtbare Freunde von Anfang an mit in den Raum, jede/r von ihnen wird repräsentiert durch einen Gegenstand. Sie betritt den Raum der jeweiligen Person, wird für diesen Moment zu ihr oder ihm und teilt mit uns deren Leid. 

In diesem ersten Teil ist das Gemeinsame der Verlust geliebter Menschen. Wir hören eine 14 Jährige, die in Gaza Stadt mit ihrer Familie in einem Klassenzimmer mit mehreren anderen Familien untergebracht ist und Tagebuch schreibt. Wir hören eine Rettungssanitäterin, die in Israel zwei Kindern versuchte über das Telefon zu helfen sich in einem Schrank zu verstecken, während die Eltern erschossen waren. Wir teilen mit einer Studentin in Gaza den Tag, an dem sie erfuhr, dass ihre beste Freundin durch die Luftangriffe getötet wurde. 

Wir hören, wie eine junge Frau in Kfar Aza überlebte, in dem sie sich hinter ihrem toten Freund versteckt hielt. Und wir erfahren vom wundersamen Überleben eines palästinensisch- israelischen Vaters, der mit seinem Baby in einem Elektrokasten versteckt war.

Am Ende ein persönlicher Bericht der Schauspielerin selbst, der uns Hoffnung machen kann, trotz allem, und der stellvertretend steht für die doch recht vielen Juden und Palästinenser auf der Welt, die sich für den Frieden, Gerechtigkeit und das Annehmen des Anderen einsetzen.

 

 

 

Eine Produktion des Vorarlberger Landestheaters Bregenz

in Cooperation mit y-productions
Premiere: 26.01.2024 GETEILTES LEID | Vorarlberger Landestheater

Dauer: jeder Teil jeweils 50 Minuten.

 

ab 15 Jahren

 

anschließend Gespräch mit den Schülern / dem Publikum möglich

Konzept, Übersetzung, Spiel:

 

Yael Schüler

Vorbericht für "Geteiltes Leid"in Neue Vorarlberger Tageszeitung

Regie: 

Teil 1: Viola Köster

Teil 2: Malka Haustrate

Teil 3 : Roni Mundel

Recherche und Übersetzung:  

 Malka Haustrate

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