© 2018 Yael Schüler

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-eine gewagte Collage aus Theater und Wirklichkeit-

Niemand sonst

Frei nach Anton Tschechow, Peter Handke, Joshua Sobol, Franz Kafka, George Tabori, Werner Schwab, Heiner Müller, Jean Genet und König Salomo

Die Schauspielerin hat ihre liebsten Rollen gewählt. Die, die sie schon immer spielen wollte oder schon gespielt hat. Daraus entsteht eine Collage aus Opfern und Tätern abwechselnd, oder in einem gleichzeitig. Verbunden werden diese Theatertexte mit Worten der Schauspielerin privat, sie gewährt dem Publikum  Einblick in den Zusammenhang dieser Texte mit ihrem Leben. Die ständige stumme Präsenz eines „Sobjekts“ auf der Bühne verstärkt diese Lebenswirklichkeit und hindert sie immer wieder daran sich und das Publikum zu täuschen.​

Schauspiel: 

Yael Schüler

Performance/Bühne:

Viki J. Mierzicki

Regie/Dramaturgie: 

Shimon Levy

Sprachversionen:  

Deutsche, עברית

תיאור

בעברית

Schauspiel als Verwertung der persönlichen Katastrophen und Freuden, nur scheinbar verpackt vor den Augen des Publikums in die sichere Hülle einer Rolle und eines Stückes. Es ist eine doppelte Realität - Leben und Theater. Das Eine entsteht aus dem Anderen und umgekehrt, so wie die Abgrenzung zwischen Opfer und Täter verschwimmt. Aber auch die Grenze zwischen Ihr- das Publikum und ich- die Schauspielerin wird aufgelöst, denn das Publikum wird zu ihrem Ansprech- und Spielpartner, zum Angeklagten und zum Ankläger. Als Anna Petrowna („Platonow“ von A. Tschechow) kämpft sie um die Aufmerksamkeit und Liebe des Publikums. Sie greift das Publikum (unpersönlich...) an mit Handkes „Publikumsbeschimpfung“.  Als Taboris Mitzi aus „Jubiläum“ tappt sie im Dunkeln zwischen den Zuschauern und sucht nach Lichtpunkten, nach Erklärungen für das Unfassbare. Überhaupt hat sie im Sinn mal ordentlich durch zu putzen, so wie Mariedl die Klos putzt („Die Präsidentinnen“ von W. Schwab), damit es wieder richtig durchrauschen kann, in der Toilette und in der Psyche. Schliesslich darf das Publikum an einer schauspielerischen Imaginationsübung teilnehmen, wobei es mit Hilfe von Joshua Sobol und Franz Kafka mit der erstaunlichen Urteilsfähigkeit konfrontiert wird, mit der wir Situationen in Gut und Böse einteilen, in denen wir selber nie drin steckten. Mit Heiner Müllers Katastrophe beschreibenden Wortfetzen löst sich die Grenze auf zwischen dem „Sobjekt“ und der Schauspielerin. Mit dem Hohelied Salomon enthüllt die Schauspielerin die eigentliche Bedeutung des „Sobjekts“ in ihrem Leben.