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Eine Co-Produktion von y-productions und der Orto-Da Theatre Group Tel Aviv 

Janusz Korczak:

Allein mit Gott

-Gebete eines Menschen, der nicht betet-   

Henryk Goldszmit , (1878/9-1942), bekannt unter dem Namen Janusz Korczak, polnischer Jude, Arzt, Schriftsteller, Erzieher, Zeuge wurde auch „der Lehrer von Warschau und Treblinka“ genannt.

Geboren wurde er in Warschau als Sohn eines Advokaten in jüdisch-bürgerlicher Familie, war aber schon früh vertraut mit dem Warschauer Elend. Er widmete sein Leben den Ausgestoßenen und Aufgegebenen, vor allem den Hilflosesten, den „abgegebenen“ Kindern. Noch im Ghetto Warschau versuchte er seinen Kindern des Waisenhauses, das er gegründet hatte, einen Rest der früheren Normalität des menschlichen Lebens zu sichern. Obwohl die Faschisten dem berühmten Arzt in Aussicht stellten, „frei zu sein“, lehnte er es ab seine Kinder zu verlassen und wurde zusammen mit ihnen 1942 in Treblinka ermordet. Er hinterließ über zwanzig Bücher und unzählige Artikel in Zeitschriften, sowie ein Theaterstück „Der Senat der Verrückten“ und Rundfunkplaudereien. 1937 wurde Korczak mit dem Polnischen Lorbeer für Literatur und 1972 posthum mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Aus schwerer persönlicher Krise, entstanden nach dem Tod der Mutter, erschienen 1922 in Polen “Allein mit Gott-Gebete eines Menschen, der nicht betet“  unter dem Titel „Sam na sam z Bogiem“. Nach Korczaks Komposition sind es Achtzehn, symbolisch dem Jüdischen „Achtzehngebet“ nachempfunden.

Schauspiel: 

Yael Schüler

Regie: 

Maya Alban-Zapata (Fr.)
Georg Darvas (Dt.)
Viki J. Mierzicki (Dt. /Pl.)
Yinon Tzafrir (Hebr.)  

Sprachversionen:  

Deutsche, עברית, Français, Polski

תיאור

בעברית

ENGLISH DESCRIPTION

DESCRIPTION EN FRANÇAIS

Für die dramatische Umsetzung haben wir eine Auswahl dieser Gebete getroffen und nähern uns schauspielerisch den unterschiedlichen Figuren und ihren Anliegen und Nöten und geben ihnen Leben: der kleine Junge, die leichtfertige Frau, die Greisin, der Erzieher u.a. In ihren Gebeten treten die unterschiedlichen Personen ohne den Beistand einer bestimmten Religion oder spirituellen Praxis vor ihr Gegenüber- mit ehrenwerten, mit unehrenwerten Empfindungen, Wünschen und Ablehnungen. Korczak selbst identifizierte sich mit keiner Konfession. Er hatte seinen eigenen, individuellen Zugang zum Schöpfer, den er, obwohl er Sozialist war, seinen Waisenhausschützlingen ungezwungen zu vermitteln wusste. Das Stück beginnt mit der Figur Korczaks, des Erziehers und endet mit ihm. Alles was dazwischen passiert, kann gesehen werden als verschiedene Seiten ein und derselben Person, verschiedene Zustände durch die derjenige, der die Texte geschrieben hat durchgegangen ist. Oder sind es doch verschiedene Menschen, die sich bewegen zwischen emotionalen Extremen von inniger Demut bis zu zerstörerischer Aggression? Es liegt nahe diese als Monologe für Publikum dramatisch umzusetzen, denn es sind phantastisch rare Momente von Ehrlichkeit. Die für uns sonst nicht sichtbare Seite des Menschen, wenn er unbeobachtet ist, wird sichtbar. Dies ist ein spannendes Paradox zu der Tatsache, dass doch die Schauspielerin vor Publikum steht. „Allein mit Gott“ hat nicht den Anspruch eine Antwort auf die Frage –wer oder was ist Gott? - zu geben, sondern vielmehr der Antwort auf die Frage – was ist ein Mensch?- näher zu kommen.

Die Premiere fand am 19.4.2012 beim Bodensee Kulturfestival statt, mit weiteren Aufführungen in der israelitischen Gemeinde Münster und Basel. Die Premiere auf Hebräisch fand am 8.7.2014 in Tel Aviv im Room Theatre statt, mit weiteren Aufführungen am Theatre Center Acco, im Yung Yiddish Tel Aviv und vor Oberstufenklassen verschiedener Schulen in Israel. Es folgte eine Tournee im Januar 2015 mit Aufführungen in Basel, Zürich, Zug (CH) und in der ehemaligen Synagoge Kippenheim (D), so wie eine Aufführung beim 25. Jewish Festival Krakow im Juli 2015. Im November 2015 spielte das Stück am Mut Theater Hamburg und in der Janusz- Korczak-Schule Hannover-Springe. Im November 2017 hatte die französische Version „Seul à seul avec Dieu“ in Genf Premiere mit weiteren Vorstellungen in Lausanne und Grenoble.

Pressestimmen:
  • Es ist ein Kaleidoskop von Charakteren, das Schüler mit viel Einfühlungsvermögen darstellt, und bei dem zuletzt auch Korczak als fiktive Person die Bühne betritt.- (NDZ 5.11.15)

  • Die „leichtfertige Frau“ wurde unter Schülers Schauspiel zu einer kecken Berlinerin, die mit dem Publikum flirtet und mit Gott ins Gespräch kommt. Sie übernahm die Zigarette des „Jungen“, der die Schule schwänzt und auch sonst aneckt und mit Gott im Gebet verhandelt…. Yael Schüler beeindruckte das Publikum und mit ihr beeindruckten gleichermaßen die Texte Janusz Korczaks. 

  • (Neue Deister-Zeitung,15.11.2015)

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